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20.12.2017 17:44 Alter: 213 days
Von: Gregor Szyndler, Chefredaktor 'Le Monde Civil'

Ehrung eines Lebenswerks

Am 10. November hat CIVIVA den Preis für ausserordentliches Engagement zugunsten des Zivildienstes zum 6. Mal verliehen. Er ging an alt Nationalrat Heiner Studer.


Nachdem 2016 das 20-jährige Bestehen des Zivildienstes gefeiert wurde, ist es 2017 Zeit, Heiner Studer zu ehren, der als EVP-Nationalrat den Zivildienst massgeblich weiterentwickelte. Es war seine Motion, die im Jahr 2009 zur Abschaffung der Gewissensprüfung und zum Tatbeweis führte. Seit der Gründung von CIVIVA im Jahr 2010 bis im Frühling 2017 prägte Heiner Studer als unser Präsident die Politik des schweizerischen Zivildienstverbands. Er war Mitglied der Studiengruppe Dienstpflicht und setzte sich dafür ein, dass mit Lisa Mazzone und Samuel Steiner ein starkes Co-Präsidium in seine Fusstapfen treten konnte.Die Würdigung des Lebenswerks von Heiner Studer fand in Wettingen statt. Hier wirkte er während vierzig Jahren im Gemeindehaus. Wir trafen uns in den Räumlichkeiten der arwo Stiftung. Diese Stiftung setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Beeinträchtigung betreut wohnen und einer Arbeit nachgehen können. Im Rahmen einer Führung wurden uns die Tätigkeiten der arwo vorgestellt. An der anschliessenden Feier samt Reden, Apéro und geselligem Beisammensein nahmen gegen vierzig Gäste aus der Politik, Behörden-VertreterInnen, Delegierte von Zivildienst-Einsatzbetrieben und weitere Interessierte teil. Nach Reden von Bruno Sägesser, der in den 80ern für seine pazifistischen Überzeugungen ins Gefängnis musste, und BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti übergab Lisa Mazzone Heiner den Prix, einen fünf Kilo schweren, kunstvoll gravierten Stein. Heiner betonte die Notwendigkeit, weiter für den Zivildienst einzustehen.

Gut die Nachrichten, gross das Aber

BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti warnte in ihrer Laudatio: «Der Zivildienst befindet sich in schwierigen Zeiten. Die Berechtigung und den Nutzen des Zivildienstes müssen heute wieder stärker betont werden.» Sie erwähnte als warnende Beispiele die Bestrebungen gegen den Zivildienst, die im Nationalrat diesen Sommer durchgekommen waren. Mehrmals wiederholte sie: «Die heutige Politik ist gefordert, dass das, was recht war und recht ist, auch Recht behält.» Bezüglich der vom Nationalrat angedachten Verschlechterungen des Zivildiensts trafen an Heiners grossem Tag gute Nachrichten aus Bern ein. Die SiK-S beschloss mit 9:0 Stimmen, die Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI nicht dem VBS zu unterstellen. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde die Motion abgelehnt, Zivis zum Tragen einer Unform zu verpflichten. Das waren gute Nachrichten  – doch es bleibt ein grosses Aber. Wie sagte Bruno Sägesser: «Es brauchte zu allen Zeiten Personen [wie Heiner], die über Jahrzehnte dran blieben […], um das Projekt Zivildienst zu fördern.» Dem bleibt hinzuzufügen: nicht nur die Leute, die dran blieben, braucht es, sondern auch die, die künftig dran bleiben. Warum, lesen Sie auf S. 3. Gregor Szyndler, Chefredaktor «Le Monde Civil»